Chronik der Gemeinde Stainztal
Die Gemeinde Stainztal besteht als solche erst seit dem 1. Jänner 1969. Mit Beschluß der Steiermärkischen Landesregierung vom 3.12.1968 wurden die ehemals selbständigen Katastralgemeinden Mettersdorf, Grafendorf bei Stainz, Graggerer, Neudorf bei Stainz und Wetzelsdorf i.d.Weststeiermark zur Großgemeinde Stianztal vereinigt. Da das Gemeindegebiet einen wesentlichen Teil des vom Stainzbach durchflossenen Tales einnimmt, wurde die Gemeinde danach benannt.
Die Gemeinde hat eine Fläche von 1988 ha, ist kleinlandwirtschaftlich strukturiert und zwar auf ca.
1.220 ha landwirtschaftliche Flächen
680 ha forstwirtschaftliche Flächen
25 ha Gewässer
20 ha Bauflächen
50 ha sonstige Flächen (Straßen, Wege, Ortsraum und Bahngrund)
Die Gemeinde Stainztal versteht sich heute in regionalen Zusammenhang sowie auf Grund ihrer naturräumlichen, bevölkerungsmäßigen, infrastrukturellen und wirtschaftlichen Strukturmerkmale als „Wohnsitz- und Landwirtschaftsgemeinde“. Das Gewerbe ist eher nur bescheiden ausgebildet und beschränkt sich auf Kleinbetriebe.
Stainztal hat seit der Volkszählung 1991 eine Wohnbevölkerung von 1440 Personen. Bei der Gemeindezusammenlegung bzw. Volkszählung 1971 waren es noch 1281 Personen, bei der Volkszählung 1981 1362 Personen. Insgesamt kann daher von einer, über den Bezirksdurchschnitt liegenden, positiven Bevölkerungszunahme gesprochen werden.
Die früheste urkundliche Nennung des „Stainzbaches“, von dem sich die Gemeindebezeichnung ableitet, findet sich als „rivos Strawencz“ in einer Urkunde des Jahres 1160 erwähnt. Um die ersten Sspuren von Siedlungen und Menschen in unserer Gegend zu finden, muß man ungefähr 2000 Jahre zurückgehen. Damals zogen römische Legionssoldaten über die Alpen und auch in unsere Gegend. Eine Stadt aus dieser Zeit ist uns allen wohlbekannt, nämlich Leibnitz, das damals „Flavia Solva“ hieß. Auch die Nachbarmärkte Stainz und Groß Sankt Florian waren damals schon besiedelt, wie die Funde römischer Hausüberreste zeigen. Die ältesten Siedlungsspuren finden wir in unserer Gemeinde im Ortsried „Alling“, wo sich zwei hallstattzeitliche Gräber und 28 Gräber aus der Römerzeit befinden.
Mit dieser Notiz können wir die Jahrtausendgrenze überspringen und in das 14. bzw. 15. Jahrhundert übertreten. Im Jahre 1443 finden wir den Namen des Hauptortes Mettersdorf zum ersten Mal und zwar in einer Urkunde Kaiser Friedrich III. Dort heißt das Dorf allerdings „Mertelsdorf bzw. Mertersdorf under Stäncz in s.Florians pharr“. Grafendorf wird erstmals 1249, Graggerer um 1300, Wetzelsdorf um 1353 und Neudorf um 1285 urkundlich in den diversen damaligen Besitzurkunden erwähnt.
Den Ausdruck „Gemeinde“ kennen wir seit 1849 mit dem ersten provisorischen Gemeindegesetz. Unsere fünf Katastralgemeinden entstanden damals im wesentlichen in der derzeitigen Form. Mettersdorf selbst gehört heute zur Pfarre Groß Sankt Florian, 1876 erbauten unsere Vorfahren bzw. die damalige Gemeinde Mettersdorf aus den Ziegeln enies abgerissenen Gebäudes das zum Schloß Stainz gehörte, eine Dorfkirche. Eine umfassende Revitalisierung der Kirche "Maria der immerwährenden Hilfe"fand in den Jahren 1999 - 2001 statt.
In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts spüren wir in Mettersdorf auch schon die Einrichtungen der großen Kaiserin Maria Theresia. Siw war die große Förderin des Volksschulwesen in Österreich. 1825 finden wir zum ersten Mal eine Schule in unserem Dorf. Zu diesem Zeitpunkt war sie noch einklassig. Fünf Jahre später, 1830, wurde sie bereits als zweiklassige Schule geführt. Im Jahre 1910 wurde eine neue, dreiklassige Schule erbaut, das alte Gebäude diente fortan Gemeindezwecken und beherbergt heute die Gemeindeverwaltung. Diese Schule wurde in den Jahren 1978 bis 1980 umgestaltet und ein Turnsaalzubau wurde errichtet. Seither wird die Schule vierklassig geführt. Ein neuerlicher Zu-, Aus- und Umbau wurde 1990 bis 1991 durchgeführt. Dieser brachte die moderne Ausstattung. In einer weiteren Baumaßnahme wurde das Schulgebäude um einen behindertengerechten Eingang sowie der Adaptierung von Dachbodenräumlichkeiten für Lehrzwecke erweitert.
Im Jahr 1995 wurde der neu errichtete Kindergarten Stainztal in Grafendorf in Betrieb genommen, dieser beherbergt in modernster Ausstattung bis dato eine Kindergartengruppe für 25 Kinder.
Bgm. Johann Tomberger
08.02.2001


