Katastralgemeinde Wetzelsdorf
Autoren: DI Franz Kölbl und Franz Kölbl sen.
Wetzelsdorf ist mit 815 ha Grundfläche die größte Katastralgemeinde der Gemeinde Stainztal (Gesamtfläche 1981 ha (Wetzeldorf: 41,14%)). Davon sind (Stand 1992)
- 444,5 ha Landwirtschaftliche Nutzflächen
- 335,0 ha Forstwirtschaftliche Nutzflächen
- 6,5 ha Gewässer (Teipl, Oisnitz, Teiche)
- 5,5 ha Bahngrund (GKB)
- 17,0 ha Straßengrund
- 8,5 ha Bauflächen, die tatsächlich verbaut sind
Stand um 1830:
- 206,7 ha Ackerland
- 321,8 ha Wiesen
- 276,3 ha Wald
- 27,1 ha Weingarten
Historisch gesehen lebten in Wetzeldorf laut den Volkszählungen mit Hauptwohnsitz (in Klammer Stainztal):
- 2003 626 Einwohner (1433 Einwohner)
- 1991 596 Einwohner (1440 Einwohner)
- 1981 581 Einwohner (1363 Einwohner)
- 1971 546 Einwohner (1277 Einwohner)
- 1961 555 Einwohner (1328 Einwohner*)
- 1951 596 Einwohner (1339 Einwohner*)
- 1910 668 Einwohner (1483 Einwohner*)
- 1880 666 Einwohner (1444 Einwohner*)
- 1846 789 Einwohner
- 1812 573 Einwohner
- 1782 482 Einwohner
- 1770 586 Einwohner
* vor der Gemeindezusammenlegung zur Großgemeinde Stainztal
Historisches
In Wetzelsdorf im Bereich der Drift im Dorfkern fanden Geologen des Landesmuseums Joanneum in Graz bei den Ausgrabungen 1899 und 2001 seltene Schneckengehäuse aus dem Urmeer, das hier sehr seicht war. Die hier mehrfach gefundene Rostellaria, Alter ca. 16 Mill. Jahre, ist in Europa einzigartig. Verschiedenste kleinere Fossilienfunde gibt es an mehreren Stellen an den Rändern des Teipltales, das ein Seitenarm der einstigen Florianer Bucht war. Das Gemeindewappen von Stainztal enthält auch die Rostellaria.
Die ältesten Siedlungsspuren in der Gemeinde Stainztal, insbesondere in der KG Wetzelsdorf finden sich in Alling, wo zwei hallstattzeitliche Gräber und 28 aus der Römerzeit liegen (von der Bevölkerung als Heidenkögel bezeichnet liegen diese im Wald zwischen Gollner und Hechtl, unweit der Eisenbahn).
1353 wird „Wetzzlamstorf“ erstmals urkundlich genannt und war eine bajuwarische Siedlung. Sie wurde 1442 Weczelsdorf und 1471 Weczlesdorf bezeichnet. Das Angerdorf (mit einem Dorfanger in ihrer Mitte) hat sich im Laufe der Jahrhunderte aus einem Gehöft entwickelt, das Wort Dorf hatte damals noch die Bedeutung von „Hof, Gehöft“ und war also noch in althochdeutscher Zeit gegründet worden.
Alling trägt einen sogenannten unechten – Ing – Namen, weil der Name nicht mit einem Personennamen zusammengesetzt wurde, sondern aus den natürlichen Gegebenheiten einer Au herleitet. 1353 wird die kleine Au als „Elein“ benannt.
Zur Zeit der Völkerwanderung kam es zur totalen Verödung des Gebietes, aber auch slawische Besiedelung gab es kaum. Das zeigt das weitgehende Fehlen von slawischen Flurnamen im Gemeindegebiet. Lediglich das im Mittelalter schriftlich nicht nachweisbare Zabernegg kann slawisch als „Froschgegend“ gedeutet werden.
1453 kennen wir erstmals namentlich einen Besitzer in Wetzelsdorf, bzw. einen Mann, der das Recht hatte, in Wetzelsdorf den Getreidezehent einzuheben. Dies war Wolfgang Langheimer. Am 23. April 1471 wird sein Sohn Hans Langheimer damit mit dieser Aufgabe belehnt.
In Wetzelsdorfberg ist mit dem Glaserkogel (408m) die höchste Erhebung der Gemeinde. Vermutlich stand dort eine unvollendete Wehranlage mit einem Erdwall. In der Nähe am Altmichlgrund fanden Archäologen prähistorische Siedlungsspuren (Hügelgräber)
Bei Beginn der schriftlichen Aufzeichnungen waren die landesfürstlichen Ministerialen von Wildon offensichtlich die vorherrschenden Grundherren. Auch der Stubenberger Dienstmann Walchung von Radmannsdorf hatte drei Huben in Wetzelsdorf und eine Hofstätte in Alling, welche 1353 an das Chorherrenstift Stainz verkauft wurde. Von Alters her scheinen auch die Herrschaft Hornegg und der Admonter Besitz in mittelalterliche Urbare auf. Pfarrlich unterstand das Gebiet im Mittelalter großteils der Pfarre Groß St. Florian. Wetzelsdorfberg war allerdings vor der Josefinischen Pfarrregulierung (um 1780) Teil der Pfarre St. Stefan ob Stainz. Dann wurde es der Pfarre Preding gemeinsam mit Wetzelsdorf zugeteilt. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam es zur weiteren Zersplitterung als 1889 St. Josef zur Pfarre erhoben wurde und Zabernegg und Wetzelsdorfberg auf Wunsch der Bevölkerung dieser Pfarre zugeteilt wurde.
Die staatliche Verwaltungsreform unter Kaiserin Maria Theresia schuf Wehrbezirke als untere Verwaltungsinstanz und Wetzelsdorf war damals Teil des Wehrbezirks Hornegg, ab dem späten 19. Jahrhundert dem Gerichtsbezirk Stainz und Bezirkshauptmannschaft Deutschlandsberg zugeordnet. Das Gebiet der KG Wetzelsdorf war um 1770 in sogenannte Riede eingeteilt, manche davon können wir auch dem heutigen Grundkataster noch entnehmen. Nach dem josefinischen Kataster waren es 11 Riede, ausgehend vom Ortsried bis zum Waldried. Nach 1830 war Wetzelsdorfberg eine eigenständige Gemeinde, zu welcher auch der Ried Alling gehörte. Die heutige Gebäudenummerierung, ausgehend von vlg. Ellmaier in Alling 1 hinauf über Wetzelsdorfberg weist dies noch nach.
Wetzelsdorfberg reichte im Norden früher bis zum Haus Ostertag in Blumegg, an der Ecke Sonnleitenweg (nun Teil von der KG Oisnitz). Das Südende von Wetzelsdorf war bis ca. 1848 beim Haus Klingerweber (damals Wetzelsdorf 1). Dieses sowie die Häuser Soldatenpauli, Feldwechsler und Hechtl gehören nun zu Wieselsdorf. 1985 kamen 5 Hauser in Alling östlich der Bahn zur Gemeinde Preding.
Gemeinde Wetzelsdorf
Bis 1880 wurden die Bürgermeister als Gemeinderichter (Gmoarichter) bezeichnet. Im 19. Jahrhundert waren dies laut den Quellen von Wippel Hanns:
- Lipphansl
- Wulz
- Suppan Alois
- Brunnschneider
- Ortner
- Grinschgl
Laut den Protokollen über Gemeinderatssitzungen waren Bürgermeister in Wetzelsdorf:
- Reiter Josef vlg. Holzwechsler ab 1.04.1901
- Osmann Johann vlg. Stubenrauch ab 30.11.1930
- Kellner Georg vlg. Brunnschneider ab 26.05.1938
- Thomann Johann vlg. Koaser ab 16.04.1946
- Osmann Johann vlg. Stubenrauch ab 1947
- Steifer Alois vlg. Gollner ab 4.11.1959
Mit der Zusammenlegung am 1.1.1969 wurden die früher eigenständigen Gemeinden Wetzelsdorf, Mettersdorf, Neudorf, Graggerer und Grafendorf zur neuen Großgemeinde Stainztal vereinigt.
Bürgermeister waren:
- Walzl Johann Graggerer 19 ab 1.1.1969
- Tomberger Johann Mettersdorf 14 ab 1980
Nach der Zusammenlegung stellte die KG Wetzelsdorf die Vizebürgermeister Josef Winter, Hermann Steifer (bis 1987), Johann Kölbl (1995-2003) und Johann Goigner (ab 2010), sowie Kassier ÖR Johann Sauer
Infrastruktur
Gemeindehaus
Der Bau des Gemeindehauses, heute Heimstatt für die Freiwillige Feuerwehr, der Landmaschinengenossenschaft und der Sägegenossenschaft erfolgte 1959/60 unter Bürgermeister Alois Steifer. Dieses Haus wurde 1984-86 auf die heutige Größe erweitert.
Straßennetz
Wetzeldorf hat etwa 30km öffentliches Straßen- und Wegenetz, welches seit der Gemeindezusammenlegung im Wesentlichen ausgebaut wurde. Die ersten Straßenbauten waren die Wieselsdorfstraße, Mettersdorfstraße und die Wetzelsdorfbergstraße. In den letzten Jahren erfolgte der Ausbau einiger Hofzufahrten. Neugebaut wurde die Wieselsdorfstraße (Ende 90er Jahre). Wichtige Brücken sind die Zenzmühlbrücke (neu: 2001), Bruckenbauerbrücke (1977), Oisnitzbrücke in Alling (1995)
Wasserversorgung
Die Wasserversorgung erfolgt teils mit Hausbrunnen, in Wetzelsdorf (Ausbau 1970) und Alling (1997) durch den Wasserverband Stainztal, in Zabernegg (Ausbau 2001) und Wetzelsdorfberg durch den Wasserverband Lannach-St. Josef.
Abwasserentsorgung
Der Großteil der Haushalte der KG Wetzelsdorf wird seit 2002 durch die Wassergenossenschaft Wetzelsdorf entsorgt. In Wetzelsdorfberg Nord erfolgt die Entsorgung der Fäkalien von 20 Haushalten durch den Reinhaltungsverband unteres Kainachtal mit der Kläranlage in Oisnitz. 11 Haushalte in Wetzelsdorfberg haben sich zu einer Gruppenanlage unter Führung von Hrn. Friedrich zusammengeschlossen, errichtet 2001. Weiters bestehen einige Einzelentsorger in Teilen von Wetzelsdorfberg. Wetzelsdorf Süd wurde im Jahr 2000 an die Wassergenossenschaft Wieselsdorf angeschlossen.
Post
Wetzelsdorf und Alling werden vom Postamt 8504 Preding aus betreut. In Zabernegg und Wetzelsdorfberg erfolgte die Postzustellung durch das Postamt 8503 St. Josef bis 2002, seither durch 8502 Lannach.
Telefon
Das erste Telefon gab es 1962 als gemeindeöffentliche Sprechstelle im Gasthaus Langbauer (Dorfwirt) (Errichtungskosten 52.530 ATS). Der Vollausbau des Telefonnetzes erfolgte 1980/81 in Wetzelsdorf und Alling, 1983 in Wetzelsdorfberg und Zabernegg. Später war eine öffentliche Sprechzelle unterhalb des Gemeindeamtes bis Ende der 90er Jahre.
Stromversorgung
Die STEWEAG/STEG versorgt mit 20kV-Leitungen seit etwa 1950 das Gemeindegebiet. Trafo-Stationen sind in Alling/Schlemberg, Wetzelsdorf bei Fischer, Hubmann, am Dorfplatz, Mayer/Scheibenlipp, Glaserkogel, Friedrich, Zabernegg. Erstmalig gab es 1938 elektrischen Strom in Wetzelsdorf. Eine 110kV-Hochspannungsleitung der STEWEAG/STEG quert Alling und den Südosten von Wetzelsdorf (errichtet 1989). Im Herbst 2004 wurden die Stromkabel im Dorfzentrum von Wetzelsdorf in der Erde verlegt und neue Straßenlaternen aufgestellt.
Müllabfuhr
Nachdem früher wilde Deponien für den anfallenden Müll benutzt wurden, wurde ab Anfang der 80er Jahre eine öffentliche Müllabfuhr seitens der Gemeinde Stainztal eingerichtet, zuerst nur eine Restmüllentsorgung, später erfolgte die Trennung nach Papier, Glas, Metall und Verpackungen.
Pipeline
Entlang des Oisnitzbaches wurde 1970 eine Nebenleitung der Adria-Wien-Pipeline ab Wohlsdorf nach Lannach verlegt, da damals dort eine Ölraffinerie geplant war. Diese wurde nie gebaut, sondern nur ein Öllager.
Eisenbahn
1870-73 wurde ab Lieboch nach Wies zu den damaligen Kohlebergwerken in Eibiswald, Pölfing-Brunn, Bergla und Steyeregg von der Graz-Köflacher Eisenbahn- und Bergbaugesellschaft (GKB) eine Eisenbahnlinie entlang des Oisnitztales errichtet. Im zweiten Weltkrieg gab es einen Fliegerangriff in Alling auf einen Zug, sowie Bombentreffer vor dem Bahnhof Wieselsdorf. Im Juni 1964 wurde die Haltestelle Alling-Tobisegg errichtet, damals im Wald zwischen Greitschneider und Bürglmüller. Am 1. Feber 1986 wurde diese zum jetzigen Standort verlegt. 1995 wurde eine Ampelanlage gebaut, 1998 ein überdachtes Wartehäuschen und ein Radabstellplatz. Viele Schüler und Pendler nutzen das Angebot der GKB für die Fahrt Richtung Graz oder Deutschlandsberg. Einst fuhr die Dampflok (bis 1972), dann ab 1954 der „Rote Blitz“, 1981 die Triebwagen der Serie VT70, seit 1993 die Doppelstockzüge und ab 2010 die neue Stadler-Schnellbahnzüge.
Vatertierhaltung
Der Gemeindestier wird seit mehreren Jahrzehnten von Thomann Josef vlg Koaser gehalten. In den 70er/80er Jahren gab es eine Viehbesamungsstation auch beim alten Feuerwehrhaus bzw. danach bei Wippel Josef vlg. Steffi.
Schulwesen
Die erste Volksschule in Wetzelsdorf war im Haus Krenn vlg. Offenbacher, später im Haus Saul vlg. Nigl in Wieselsdorf. 1890 wurde eine zweiklassige Volksschule in Wieselsdorf errichtet, welche auch die Kinder von Wetzelsdorf und Alling besuchten. Ab der Gemeindezusammenlegung 1969 gingen diese Kinder in die Volksschule Mettersdorf. Die Kinder aus Zabernegg und Wetzelsdorfberg gehören zum Schulsprengel St Josef. Seit Ende der 90er Jahre besuchen auch einige Wetzelsdorfberger Kinder die Volksschule Mettersdorf, die auf VS Stainztal umbenannt wurde. Die Hauptschule besuchen alle in Preding. Vor dem Bau der HS Preding gingen einige auch in Groß St. Florian zur Schule. Höhere Schulen werden vor allem in Deutschlandsberg, seltener in Kaindorf/Leibnitz und Graz absolviert.
Handel und Gewerbe
1912: in Wetzelsdorf: 1 Eierhändler, 1 Geflügelhändler, 1 Kleidermacher, 3 Müller, 2 Schuhmacher, 1 Tischler, 3 Viehhändler, 1 Wasenmeister, 1 Zimmermeister. In Wetzelsdorfberg: 1 Maler, 2 Eierhändler, 1 Eier- und Geflügelhändler, 1 Geflügelhändler, 1 Musiker, 1 Viehhändler, 1 Viktualienhändler. In Zabernegg: 1 Produktenhändler, 1 Tischler
1950: 1 Gasthaus, 1 Landesproduktenhändler, 1 Mühle, 1 Schmiede, 1 Trafik, 2 Tischler, 1 Viehhändler
Vereine und Genossenschaften
Freiwillige Feuerwehr Wetzelsdorf
Die Feuerwehr, im ehemaligen Gemeindehaus untergebracht und modernst ausgerüstet, wurde 1926 von Josef Friedrich, vlg. Tabakfriedl mit einer Rettungsabteilung gegründet. Ihr gehörten damals 25 Mann an. Das erste Rüsthaus wurde 1930 aus Holz errichtet und war im Bereich der heutigen Verkehrsinsel im Dorfkern. Zuerst besaß die Feuerwehr die noch erhaltene Handpumpe, 1938 wurde eine Motorpumpe Fabrikat Knaust angeschafft, 1951 das erste Fahrzeug, ein Morris. Später wurde ein VW-Bus gekauft. 1988 wurden ein Kleinrüstfahrzeug MB 510 Sprinter KRF-E und 1996 ein Kleinlöschfahrzeug (MB 314) angekauft. Die Hauptleute (HBI) seit der Gründung waren Johann Alter, Johann Osmann, Franz Lassnitzer, Alois Steifer, Josef Hubmann, Hermann Steifer, Josef Wippel und Christian Hubmann (seit 2002). Die wichtigsten Aktivitäten im Jahr waren immer das Maibaumaufstellen, -umschneiden, das Sommerfest und der Fetzenmarkt, der zu den größten in der Region zählt.
Maschinengenossenschaft (Sägewerk)
1962 wurde sie vom damaligen Obmann Josef Wippel sen. gegründet, der dieses Amt bis 1991 ausübte. 1984 wurde eine gebrauchte, sehr gut erhaltene Vollgattersäge angekauft, die ihren Dienst zur vollen Zufriedenheit erfüllt. Die Genossenschaft hat 160 Mitglieder aus nah und fern und wird von Josef Winter und Geschäftsführer Günther Fauland geführt. 1994/95 erfolgte ein größerer Umbau im Sägewerk. Die Führung eines Sägewerks als Genossenschaft (Maschinengenossenschaft im Raiffeisenverband) ist heutzutage schon eine Seltenheit.
Landmaschinengenossenschaft
Die Genossenschaft betreut die gemeinsam von Landwirten genutzten Maschinen wie Kürbissetzgerät, Maisspritze, Hackgerät, Getreidesämaschine, Schlegelhäcksler, Hackschnitzelgerät und Holzspalter. Obmann ist Johann Kölbl. Bis Mitte der 80er Jahre stand gegenüber dem Anwesen Orschtner, wo jetzt der Transformator der STEG steht, eine Getreideputzhütte und zugleich Milchsammelstelle für die örtlichen Bauern.
Wassergenossenschaft Wetzelsdorf
Sie wurde 2001 gegründet mit dem Ziel einer geregelten Abwasserentsorgung in Alling, Wetzelsdorf, Zabernegg und Wetzelsdorfberg (Mitte und Süd). Im Jahr 2002 wurden 20km Kanalleitungen verlegt, 17 Pumpwerke eingebaut und die Kläranlage mit 540 Einwohnergleichwerten in der Nähe der Teipl errichtet. Obmann der 143 Mitglieder starken Genossenschaft ist DI Franz Kölbl. Klärwart ist Werner Kurre.
Jagdgesellschaft Wetzelsdorf
Die recht aktive Jagdgesellschaft mit Obmann Franz Mayer in Wetzelsdorfberg veranstaltet die jährliche Hauptjagd in der KG Wetzelsdorf, betreut die Pflege des Wildbestandes, führt öfters ein Eisschießen und jährlich ein Jagdfest durch. In den letzten Jahren war der Zustrom an Jungjägern sehr stark. Vor Franz Mayer war über Jahrzehnte Johann Thomann der Obmann.
Wegbaugenossenschaften
Für den Ausbau von Gemeindewege und Hofzufahrten wurden mehrere Wegbaugenossenschaften gegründet, auch aus fördertechnischen Gründen. Meist nach der Asphaltierung wurden diese Genossenschaften aufgelöst und in den öffentlichen Gemeindebesitz übernommen.
Kühlhausgenossenschaft
Das Kühlhaus in Wetzelsdorf wurde Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts errichtet und befand sich hinter dem Anwesen Orschtner, neben der Einfahrt zum Sägewerk. Dort wurden Fleisch- und Gemüsepackungen aufbewahrt, da viele Haushalte nach den Hausschlachtungen von Rindern oder Schweinen nicht die entsprechenden Gefrierkapazitäten hatten. Bei der Schneebruchkatastrophe im Winter 1996 wurde das Kühlhausdach zerstört, das Gebäude abgerissen und die Genossenschaft aufgelöst.
Kirchliches
Marienkapelle in Wetzeldorf
In Wetzelsdorf stand ursprünglich an Stelle der heutigen Kapelle ein Bildstock zur Erinnerung an die Pest, von manchen Pestkreuz genannt. Die Pest grassierte in dieser Gegend besonders in den Jahren 1577, 1583 und 1680. Im Jahr 1910 wurde ein hölzener Turm hinzugefügt, wo eine Glocke aufgezogen wurde. Die Seitenwände des Bildstocks waren vom Freskenmaler Barazzutti 1921 mit Heiligenfiguren bemalt. In späteren Jahren wurde noch ein hölzener Turm hinzugefügt. 1955-57 wurden der Bildstock und die baufällige Brunnschneiderkapelle abgetragen. Diese Kapelle stand am Grundstück der heutigen Familie Steiger – Kurre, Wetzeldorf 67.
Die Dorfkapelle, wie sie sich in der heutigen Form präsentiert, stammt aus dem Jahr 1957 und wurde von der Dorfgemeinschaft Wetzelsdorf unter der Initiative des Franz Högler, vulgo Plattl, erbaut. Er war auch lange Zeit Betreuer der Andachtsstätte und kaufte die Glocke. Heute betreuen jährlich 6-7 Besitzer des Dorfes die Kapelle, früher waren es 17. Besondere Verdienste um die Kapelle hat sich Hugo Mally erworben. Er hat jahrezehntelang an Sonn- und Feiertagen und bei traurigen Anlässen die Glocke geläutet.
Ein Komitee für die Renovierung der Dorfkapelle hat in den Jahren 2000/2001 eine Innenrenovierung durchgeführt und ein elektrisches Geläute eingebaut. Mit dem Kapellenfest und der Segnung im Juli 2001 wurden die Renovierungsarbeiten abgeschlossen.
Weitere Kapellen im Gemeindegebiet sind:
- Kundlkapelle in Zabernegg (Gemeindegebiet St. Josef)
- Scheibenlippkapelle in Wetzelsdorfberg
- Broatmoarkapelle in Wetzelsdorfberg am Waldweg nach Oisnitz
- Bildstock im Teiplgraben (nähe Teichsteffi)
Wegkreuze:
• Paulikreuz an der Wieselsdorfstraße
• Holzschneiderkreuz in Wetzelsdorf am Weg Richtung Mitterbauer
• Offenbacherkreuz an der Straße nach Alling
• Amtmikreuz bei der Bahnhaltestelle in Alling
• Roanerkreuz in Alling
• Steffikreuz in Wetzeldorf bei der Kreuzung nach Zabernegg
• Saupeterkreuz in Wetzelsdorf
• Paulijoslkreuz in Wetzelsdorf
• Koaserkreuz in Wetzelsdorfberg
• Jungmichlkreuz in Wetzelsdorfberg
• Triftschneiderkreuz in Wetzelsdorfberg
• Kreuzschallerkreuz in Wetzelsdorfberg
• Lacknerkreuz in Wetzeldorfberg
• Kainzpeterkreuz in Wetzelsdorfberg
• Erberkreuz in Wetzelsdorfberg
Bedeutende Persönlichkeiten in Wetzelsdorf
Franz Kölbl, vlg. Amtmann (1901 - 1989), früher Alling 9, nun Tobis 93
• 40 Jahre lang Vorbeter
• 30 Jahre lang Feuerwehrkassier, über 50 Jahre lang Mitglied der Feuerwehr
• Pfarrgemeinderat
Johann Kölbl, vlg. Schaller, Alling 4 (geb. 1951)
• Neffe von Franz Kölbl
• 30 Jahre lang Feuerwehrkassier (ab 1976)
• Organisator fast aller Feuerwehrwehrveranstaltungen in den letzten Jahrzehnten.
• Vizebürgermeister der Gemeinde Stainztal von 1995-2003
• Obmann der Landmaschinengenossenschaft und Funktionär in mehreren Vereinen und Genossenschaften.
ÖR Johann Sauer, vlg. Amtmann (1919 - 1999), früher Alling 9, nun Tobis 93
• Schwiegersohn von Franz Kölbl
• Gründungsobmann der Landjugend Preding (1949)
• Gründungsmitglied des ÖKB Preding (1950) und Ehrenobmann
• ÖKB-Obmannstv. und Kommandant (38 Jahre) in Preding
• Gemeinderat und Gemeindekassier (13 Jahre) in Wetzelsdorf und Stainztal
Bezirkskammerrat Alois Steifer, vlg. Gollner, Alling 2
• Bürgermeister (10 Jahre) und Gemeindesekretär
• Feuerwehrhauptmann (1954-1968), Ehren-HBI
• Er ließ das Gemeindehaus erbauen, sowie ein umfangreiches Straßennetz im Gemeindegebiet.
Hermann Steifer, vlg. Gollner, (gest. 1987), Alling 2
• Sohn von Alois Steifer
• Der Vizebürgermeister der Gemeinde Stainztal war gleichzeitig auch 16 Jahre HBI der Feuerwehr von 1968-1974 und 1977 bis zu seinem plötzlichen Tod 1987.
• In seiner Zeit erfolgte der Zubau zum Gemeindehaus, wo nun die Feuerwehr untergebracht ist.
Johann Osmann, vlg. Stubenrauch, Wetzelsdorf 32
• Ehren-HBI, 18 Jahre HBI in den Jahren 1929-40 und 1946-54, sowie in der Gründerzeit der erste OBI und Schriftführer.
• Er war auch langjähriger Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Wetzelsdorf (insgesamt 20 Jahre, vor und nach dem zweiten Weltkrieg). Unter seiner Führung erfolgte der erste Rüsthausbau und die Anschaffung des ersten Feuerwehrautos. Er initiierte auch den Straßenbau in Wetzeldorf.
Hanns Wippel, vlg. Steffi, Wetzelsdorf 18, später in Eibiswald
• Schuldirektor an der Hauptschule in Eibiswald
• Historiker
• Ehrenbürger der Gemeinde Eibiswald
Johann Thomann, vlg. Koaser (gest. 2001), Wetzelsdorfberg
• langjähriger Obmann der Jagdgesellschaft (>40 Jahre)
• Halter des Gemeindestiers
Josef Friedrich sen., vlg. Tabakfriedl, Wetzelsdorfberg 30
• Vorbeter, Leichenbeschauer
• Gründer der Feuerwehr Wetzelsdorf (1926)
Josef Friedrich vlg. Tabakfriedl, Wetzelsdorfberg 30, nun Preding 131
• Sohn vom gleichnamigen Josef Friedrich
• Langjähriger Obmann und Protektor des ÖKB Preding
• Direktor der Raiffeisenkasse Preding (1945-1981)
• 13 Jahre lang Bürgermeister in Preding
• Ehrenbürger der Gemeinde Preding
Quellen:
• Tomberger Johann, Bgm.: Skriptum „Dorfnachmittag in Wetzelsdorf 11.10.1992“ – Zusammenfassung der Geschichte der Gemeinde Stainztal
• Wippel Alois: Skriptum „Wetzelsdorf einst und jetzt“
• Wippel Hanns: Skriptum „Wetzelsdorf in der Weststeiermark“
• Helmut-Theobald Müller: Geschichte und Topographie des Bezirkes Deutschlandsberg, 2005
• Franz Kölbl sen.: Feuerwehrchronik der FF Wetzelsdorf
• Eigene Aufzeichnungen von Franz Kölbl sen.


